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Wer kann helfen?

2018 7. September
von Martin Löschmann

Sehr geehrter Prof. Löschmann,

ich bin so glücklich, diesen Blog (http://herderblog.net) zu finden und Sie zu kontaktieren.
Mein Name ist CHANG und werde in naher Zukunft eine Doktoratsstudie in Berlin an der FU Universität beginnen.
Mein Dissertationsthema bezieht sich auf das „Herder-Institut, Ausländerstudium (1952 ~ 1962)“ in der DDR-Zeit und
besonders über „Nordkoreaner“ unter den Ausländern, die zu dieser Zeit in der Universität Leipzig studiert haben.

Zurzeit suche ich nach damaligen Dozenten in der Karl-Marx-Uni, Leipzig oder den Leuten,
die mit nordkoreanischen Studenten etwas zu tun haben (1952 ~ 1962).
Auch sammle ich zu dieser Zeit die Daten über nordkoreanischen Studenten.

Vielleicht kennen Sie die Leute, die mir in dieser Hinsicht helfen können?
oder haben Sie irgendwelche Informationen, die Sie mir geben können?
Als Referenz wohne ich im Moment in Berlin.

Vielen Dank!
Ich warte auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

NamJu

  1. Martin Löschmann permalink*
    September 9, 2018

    Sehr geehrte Frau Ch.,

    es ist immer erfrischend, wenn man hört, dass es wieder mal einen Promovenden gibt, der sich u.a. mit dem Herder-Institut der Karl-Marx-Universität und seinen Leistungen für das Ausländerstudium in der DDR wissenschaftlich beschäftigen will. Ich bin sicher, Sie haben sich in vielerlei Hinsicht einen lohnenden Untersuchungsgegenstand ausgesucht.

    Wie Sie dem Blog entnehmen konnten, bin ich aber erst 1961 ans Institut gekommen, just zu dem Zeitpunkt, als das Herder-Institut seinen Namen erhielt. Ich habe den Anfang des Deutschunterrichts für Ausländer ab 1951 folglich nicht mitgestaltet. Bestimmt wird es schwierig, noch Dozenten und Dozentinnen aus dieser Zeit, die Sie vornehmlich interessiert, anzutreffen. Die meisten von ihnen haben uns bereits für immer verlassen.

    Im Moment erinnere ich mich nur an einen koreanischen Mitstudenten während meines Studiums 1955-1960 bei dem bekannten Literaturprofessor Prof. Dr. Hans Mayer. Ganz sicher bin ich mir indes nicht, gegebenenfalls könnte Ihnen aber Prof. Dr. Klaus Pezold (Leipzig) Auskunft geben, der damals eine kleine Gruppe von chinesischen Studenten betreute, zu der womöglich auch ein Nordkoreaner gehörte. Es ist ja lange her.

    Was das Herder-Institut anlangt, so kann ich Sie nur auf die Dissertation von Frau Dr. Helga Porz „Zur Entwicklung des Herder-Instituts (von den Anfängen der Vorbereitung ausländischer Studierender auf ein Studium in der DDR bis 1966“ verweisen. Die Arbeit von Frau Dr. Rosemarie Arnold untersucht die Zeit danach, die Sie ja weniger interessiert. Eine weitere Doktorarbeit von Dr. Wilma Gramkow von 2006: „Das Herder-Institut in Leipzig im Wandel der Zeiten 1961–1990. Ein Beitrag zur Geschichte des Herder-Instituts an der Karl-Marx-Universität“, berührt die Zeit vor 61 nur gelegentlich.

    Sehr geehrte Frau …, wenn Sie der Meinung sein sollten, dass ich Ihnen irgendwie weiterhelfen kann, bin ich gern bereit, mich mit Ihnen zu treffen. Zur Vorbereitung könnte ich Ihnen auch meine Memoiren zukommen lassen „Unerhörte Erinnerungen eines Sonstigen“, in denen das Herder-Institut natürlich eine größere Rolle spielt.

    Sicherlich haben Sie bereits festgestellt, dass ich Ihre Anfrage gleich in den Blog gestellt habe, weil ich denke, die Zeit drängt, wenn es um authentische Zeitzeugen geht. Falls Sie damit jedoch nicht einverstanden sind, kann der Eintrag selbstverständlich postwendend gelöscht werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Löschmann

  2. Ch. permalink*
    September 12, 2018

    … Ich habe bereits die zwei Doktorarbeiten gelesen, die Sie vorgestellt haben. Die beiden Arbeiten nutze ich als wichtige Grundlage für meine Doktorarbeit. Ich war noch neugieriger auf die Lern- und Lehrbeziehungen zwischen deutschen Lehrern und nordkoreanischen Studenten am Herder-Institut sowie auf die Studenten, die die Sprache am Herder-Institut gelernt haben.
    Auch bin ich interessiert zu erfahren, wie diese nordkoreanischen Studenten von den Lehrern des Herder-Instituts an der Universität im Rahmen des studienvorbereitenden und studienbegleitenden Deutschunterrichts auf das Fachstudium vorbereitet wurden (von dem Jahr 1952 bis 1962). Nämlich wurde zu dieser Zeit der ’studienbegleitende Deutschunterricht‘ geschaffen.
    Ich frage mich jedoch, wie sich die nordkoreanischen Studenten und die Ostdeutschen nicht nur in der Bildung, sondern auch in den sozialen und kulturellen Aspekten der ostdeutschen Gesellschaft gegenseitig beeinflusst haben.
    Natürlich ist meine Arbeit nur der Anfang, und ich muss noch mehr in die Archive gehen und Bücher studieren, trotzdem interessiert mich, wie Sie darüber denken, auch deshalb, weil mit dem Herder-Institut befasste Personen voraussichtlich älter sein werden.
    Ich frage mich, ob Sie noch in Leipzig leben.
    Gerne würde ich mich mit Ihnen treffen und Sie im September oder Oktober interviewen, wenn es Ihre Gesundheit und Zeit erlauben…

  3. Martin Löschmann permalink*
    September 13, 2018

    … Nach der Wende bin ich aus Leipzig nach Berlin umgezogen. Wir wohnen jetzt im ‚Prenzelberg‘.
    Schauen Sie doch einfach mal vorbei.

    Es ist richtig, wenn Sie zwischen dem studienvorbereitenden und studienbegleitenden DaF-Unterricht unterscheiden. Am Herder-Institut gab es beides. Ansonsten war der studienbegleitende Fachsprachunterricht strukturell in die jweilige Hochschule bzw. Universität eingebunden, an der die ausländischen Studenten und Studentinnen studierten. Er unterstand nicht dem Herder-Institut…

  4. Michel Thormann permalink
    September 23, 2018

    Sehr geehrte Frau Ch.,
    ich weiß nicht, ob Sie den Artikel von Erhard Hexelschneider „Ein Anfang vor dem Anfang – vom Institut für Ausländerstudium zum Herder-Institut (1951-1956)“ schon kennen. Darin werden die 102 Studenten aus Nord-Korea erwähnt und Sie finden auch weiterführende Literatur zu den Anfängen des Herder-Instituts. Den Beitrag von Hexelschneider finden Sie in: Universität im Aufbruch. Leipzig 1945-1956. Beiträge des siebten Walter-Markov-Kolloquiums. Hrsg. von Volker Caysa und Helmut Seidel. Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V. 2001.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Thormann

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